Nachtexpress

Diesmal rede ich über Samstagabende, durchzechte Partynächte und Einsamkeit. Fürs Partymachen fühle ich mich langsam zu alt und außerdem sehne ich mich nach einem Partner. Aber wem geht es nicht ähnlich? Sind wir nicht alle allein?

Beatrice Ericsson bringt euch durch die Nacht: "Through the night"

Rubrik: Gedanken

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Kommentare

  1. Lars schrieb am

    Lieber Jan,

    zunächst einmal danke für Deinen Podcast in den ich immer wieder gern reinhöre. Die nachdenklich-melancholischen Folgen gefallen mit besonders, aber auch die hübschen, farbigen und humorvollen Berichte vom schwulen Leben in der Provinz (ich hoffe, Du erlaubst den Ausdruck), die sehr authentisch rüberkommen. Manchmal wundere ich mich allerdings, wie Du das Schwulenklischee des ewigen Partyhäschens gleichzeitig kritisierst und doch irgendwie auch bedienst, aber auch diese Auseinandersetzung find ich spannend.

    Ich will Dir etwas Mut machen, weil Du immer wieder einmal über das Alleinsein schreibst. Ich habe 36 Jahre gebraucht, um in einer festen Beziehung zu landen. Ich weiß jetzt, dass diese Zeit nicht verschwendet war, sie war ein langer und letztendlich guter Reifeprozess. Ich glaube, dass auch Du auch auf einem spannenden und guten Weg bist, der Dich Deinen inneren Zielen näher bringt.

    Du hast zum Beispiel in Deinem letzten Podcast sehr schön beschrieben, wie man sich aus Grübeleien löst: Wenn man sich allein fühlt, sollte man raus zu den Menschen, die einen mit der Welt verbinden, und das möglichst bei Tageslicht, weil man da sich und die anderen klarer erkennt. Nachtschweiß und -träume abzuduschen ist manchmal auch erfrischend. Ein Stück von dem, was die große Liebe ausmacht, steckt eben in jeder alltäglichen Beziehung zu anderen Menschen, man kann sie täglich üben und erfahren.

    Ein Gedanke zum Schluss: Ich für meinen Teil habe gefunden, dass der Ausdruck, einen Freund zu HABEN, eigentlich falsch ist. Man kann jemandes Freund SEIN, man kann Wege ZUSAMMEN GEHEN , aber man kann niemanden besitzen und das ist auch gar nicht nötig.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir viele erfüllende gemeinsame Wege, mit Deinen Hörern, Deinen Freunden und sicher auch bald einmal mit einem engsten und liebsten Freund.

  2. Jan schrieb am

    Hallo Lars,
    vielen Dank für deine aufmunternden Worte. Ich hab mich sehr darüber gefreut und sie machen mir Mut. Es ist was ganz tolles, zu wissen, dass man mit seinen Gedanken und manchmal eben auch Sorgen nicht alleine ist - wie gesagt: Wie schön, dass man nicht alleine ist auf der Welt.

    Ich finde, du hast gut erkannt, wie hin- und hergerissen ich manchmal bin. "Willkommen in der Schwulenwelt" - das war einmal der Slogan dieses Podcasts... nun lautet er "Mein Leben und die Schwulenwelt". Das passt besser, denn da gibt es schon ein Spannungsfeld ;-)

    Viele meiner Erwartungen werden enttäuscht - vieles würde ich mir schöner wünschen. Vieles gefällt mir aber auch genauso, wie es ist, bei uns Schwulen. Ich finde, das Leben ist zu bunt, um immer nur die dunklen Seiten zu sehen, oder um immer nur die schöne Regenbogenwelt der Homos zu feiern. Es gibt viele unterschiedliche Facetten... und eben das ist der Motor für meinen Podcast.

    Hmmm... ich hoffe weiter, irgendwann jemanden zu finden, der mit mir durchs Leben geht. Ich finde, "einen Freund zu haben", zumindest ein bisschen, das ist ganz wichtig. Es ist mir wichtig, einen Freund auch meinen Freund nennen zu dürfen. Einen, der freiwillig mit mir zusammen ist. Den ich ab und zu auch besitzen kann - so wie er mich besitzen darf - vor allem, wenn da jemand von außen auf dumme Gedanken kommt.

    Für mich gehören eine enge Partnerschaft, Besitzdenken und Eifersucht doch irgendwie zusammen und sie sind für mich eine wichtige Essenz für eine starke Partnerschaft.
    Klingt schwer und kompliziert, ich weiß...
    Ich bin eben kompliziert.

    Ob ich noch lange alleine bin?
    Am Ende kommt es wohl doch ganz anders als ich denke... und dann bin ich überrascht, wie einfach es eigentlich war, und wie unnötig meine Grübeleien waren :-)

  3. Steffi schrieb am

    Was für ein wunderschönes Lied.
    Danke das ichs durch dich kennenlernen durfte.

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